Galerie - faszinierende Welt
Wenn der Mensch hört und schaut,
beginnt die Welt zu heilen.
Denn dann erkennt er unsere Welt,
so dass die Welt kann teilen.
Willkommen in der Galerie von Manuela Gawehn! Tauchen Sie ein in eine Welt voller Farben und Formen, die Ihre Sinne verzaubern werden. Manuela Gawehn präsentiert eine beeindruckende Sammlung von Kunstwerken, die von der Natur und dem täglichen Leben inspiriert sind. Jedes Stück erzählt eine einzigartige Geschichte und bringt eine besondere Atmosphäre in Ihr Zuhause. Besuchen Sie uns und lassen Sie sich von der Vielfalt und Schönheit der Kunstwerke inspirieren. Entdecken Sie die Magie der Kunst bei M.G. Art!
Sehr gerne verschicken wir die Kunstwerke auch in andere Länder –
Trotzdem
Ich wachse trotzdem
Anton wusste nicht, dass er leuchtete. Einfach wie fast jeder es tut, aber selten weiß.
Niemand hatte es ihm je gesagt. Er wuchs einfach — durch die dunkle Masse, durch das Schwere, durch das, was die Welt über ihn legte, Jahr für Jahr. Manchmal schien es so, als müsse er so viel Ballast tragen, dass er fast zu ersticken drohte.
Er bog nach links, weil rechts etwas war, das sich nicht bewegen wollte. Dann manchmal nachts bog er nach rechts, weil links etwas Bitteres war, das brannte, wenn man es berührte. Auch wenn es nur versehentlich war. Er wuchs, weil er nicht wusste, was man sonst so tut.
Er hatte kein Ziel, auch keine Richtung. Aber er wusste ‚Ich muss nur weiter‘.
Eines Tages — wobei Anton keine Tage kannte, nur Dichte und Dünnheit, Wärme und Kälte — stieß er gegen etwas, das nicht brannte und nicht bitter war oder schwer. Auch war es keine Wand oder schwelende Substanz. Er stieß gegen jemanden.
„Hey, budge, Du rückst mir zu sehr auffe Pelle.“
Anton zog sich zurück, so weit er konnte. „Das war Zufall, dass ich hier auf dem gleichen Fleck wie Du gestrandet bin … ich habe Dich nicht gesehen. Sorry.“
„Watdenn – mach’ Dir nix vor, keiner sieht uns. Jappp, Du hast mich schonnn richtig gehört … mich nicht“ und sie schaute ihm eindringlich ins Gesicht, hob ihre Mini-Hand und deutete auf seine und dann ihre Augen „und Dich auch nicht“ sagte Frieda. Nicht unbedingt bitter, sondern einfach so, wie man eine Tatsache nennt, mit der man längst Frieden geschlossen hat.
Eine Weile wuchsen sie schweigend nebeneinander. Antons Linie bog sich ein klein wenig in ihre Richtung — unbewusst, wie Wachstum halt ist. Frieda bemerkte es und sagte jetzt mal nichts.
Dann, irgendwann:
„Wohin wächst de eigentlich?“
„Ich weiß es nicht,“ antwortete Anton. „Ich wachse einfach.“
„Ahso, ich auch,“ erwiderte Frieda.
Und das war genug. Sie wussten es beide ja eh nicht.
Sie berührten sich an einer einzigen Stelle – einem Punkt, den niemand erwartet hatte.
Nur dieser eine Punkt.
Anton und Frieda wuchsen weiter. Manchmal zusammen, manchmal auseinander, manchmal in Richtungen, die gar keinen Namen hatten. Aber dieser Punkt blieb. Glitzernd. Hartnäckig. Unbeirrbar.
Das Kleinste, was zwei Leben teilen können: den Moment, wo sie sich begegnet sind – mitten in der Dunkelheit, ohne es geplant zu haben.
Niemand hat uns gefragt, ob wir wollen.
Aber wir leuchten trotzdem.
Wir wachsen trotzdem.
Welten
Epoxidharzharmonie
Unsichtbare Menschlichkeit
Er saß auf einer Stufe, die ihm nicht gehörte, vor einer Tür, die sich nicht für ihn öffnen würde.
Tariq. 34 Jahre alt. Geboren in Kairo — aber das Geburtsjahr war nur eine Zahl in einem Pass, den er als Baby nicht lesen konnte. Aufgewachsen in Chicago. Die Sprache seiner Kindheit war Englisch. Die Farbe seiner Kindheit war der Herbst in Illinois, die roten Blätter, der Schulbus, der jeden Morgen um 7:42 Uhr kam. Seine Mutter hatte Kaffee gemacht, während das Radio lief. Sein Vater hatte ihm beigebracht, wie man einen Baseball wirft.
Er hatte Amerika nicht gewählt. Amerika hatte ihn — für 32 Jahre — einfach nicht weggeschickt. Bis es das tat. Ein Formular. Ein Bescheid. Eine Frist.
Keine Erklärung, die er seiner Mutter hätte vorlesen können, ohne dass ihr die Stimme gebrochen wäre. Keine Sprache, die das beschrieben hätte, was passierte — denn die einzige Sprache, die er kannte, gehörte dem Land, das ihn gerade auswies.
Er landete in einem Land, dessen Alphabet er nicht lesen konnte. Dessen Stimmen er nicht verstand. Dessen Winter er nicht kannte. Kein Geld. Keine Adresse. Keine Nummer, die er hätte anrufen können. Er saß auf dieser Stufe und hielt eine Hand auf — nicht aus Würdelosigkeit, sondern weil er nicht mehr wusste, was er sonst tun sollte. Die Menschen gingen vorbei. Die meisten sahen — absichtlich — nicht hin. Manche sahen hin und gingen noch schneller.
Markus war vierzig. Er hatte an diesem Morgen an nichts Besonderes gedacht — Kaffee, Arbeit, die Liste der Dinge, die noch erledigt werden mussten. Er war der Typ Mensch, der seinen Alltag in Ordnung hielt, weil Ordnung das war, was er kannte.
Aber dann sah er die Hände. Er sah nicht das schmutzige Gesicht, nicht die zerschlissene Jacke, nicht das, was die meisten Menschen sahen, wenn sie überlegten, ob sie stehenbleiben sollten. Er sah die Hände — und in ihnen irgendetwas, das er nicht benennen konnte. Keine Resignation. Eher: Verlorenheit. Als hätte jemand mitten im Satz aufgehört zu sprechen und wüsste nicht mehr, wie der Satz weitergehen soll.
Markus blieb stehen. „Do you speak English?“
Tariq schaute auf. Der Blick eines Menschen, der nicht mehr damit gerechnet hatte, direkt angesprochen zu werden.
„Yes,“ sagte er. Und dann, leiser: „It’s the only language I really speak.“ Sie redeten lange.
Tariq erzählte — zuerst stockend, dann immer mehr, wie ein Rohr, das zu lange verschlossen war. Von Chicago. Von seinem Vater. Von seiner Mum. Von dem Morgen, an dem der Brief kam. Von den neuen Regelungen, die niemand erklärt hatte, bis es zu spät war. Davon, dass er nicht verstand, warum — weil er nie etwas anderes gewesen war als ein Amerikaner, der zufällig einen anderen Pass hatte.
Markus hörte zu — nicht mit dem Gesicht von jemandem, der bereits überlegt, was er als Nächstes sagen wird. Sondern wirklich mit dieser Art von Stille, die sagt: Ich laufe nicht weg. Irgendwann sagte er gar nichts mehr. Er stand auf, streckte die Hand aus und sagte: „Come. Let’s get you something to eat first. Everything else can wait.“ Alles andere wartete. Und dann musste es nicht mehr warten.
Markus kannte Menschen. Menschen, die Formulare verstanden. Menschen, die Türen öffnen konnten, die für andere verschlossen waren. Tariq lernte — langsam, mit Würde, ohne jemals das Gefühl zu verlieren, dass er mehr war als das, was mit ihm passiert war.
Monate später saß Tariq in einer kleinen Wohnung. Ein Tisch. Ein Fenster. Eine Tasse Kaffee. Er dachte an seinen Vater, der ihm beigebracht hatte, wie man einen Baseball wirft. Und an einen fremden Mann, der eines Morgens stehen geblieben war — ohne Grund, ohne Pflicht, ohne dass ihn irgendjemand darum gebeten hätte. Einfach weil er die Hände gesehen hatte.
Menschlichkeit trägt keinen Namen. Sie hat kein Gesicht, das man auf Plakate druckt. Keine Fahne. Sie passiert in dem Moment, bevor man entscheidet, ob man stehenbleiben soll — und man es einfach tut.
Zwei Kreise auf dieser Leinwand. Die arabische Kalligraphie fragt nicht, woher du kommst. Sie sagt nur: Du bist gesehen worden. Und das hat gereicht. Tariq ist keine einzelne Geschichte.
Er steht für Tausende. Allein in Illinois gelten seit 2025 über 3.000 Menschen als verschwunden — legale Aufenthaltsberechtigte, manche seit ihrer Kindheit, fort ohne ein Wort, das in irgendeiner Sprache, die sie kannten, einen Sinn ergeben hätte.
Dieses Gemälde entstand 2024. Die Welt, vor der es warnte, kam trotzdem.
105 × 150 cm · Acryl, arabische Kalligraphie, warme Texturen · Unikat
Ein Wunschbild für Zeiten, die Menschlichkeit vergessen haben.
Der vergessene Taucher
Tiefe in Bewegung
Engel im Goldrauschen
Horizont
Apex
Farbschichtung V
Farbschichtung VI
Liebe im Licht
Francois und die Katze
Nicht von hier
Blutroter Planet
Durchbrochen
Schweigen
Zerstreuung
Stille Nähe
Blaues Echo
Strukturspiel
Viorama
Die Stadt
Tirellon
Hundsein
Hundsein II
Freia
Wirbel
Der kleine Mann
Staub
Titanikos- Stayanseemo
































































































